Auch heuer dürfen wir wieder wieder unsere Steuerspartipps veröffentlichen:
1. Investitionsbedingten Gewinnfreibetrag ausnutzen
Der durch die Gegenüberstellung von Betriebseinnahmen (Erträgen) und Betriebsausgaben (Aufwendungen) ermittelte Gewinn ist in der Regel bei Einzel- und Mitunternehmerschaften noch nicht der endgültige zu versteuernde Gewinn. Als „letzte“ Betriebsausgabe kann nämlich noch ein Gewinnfreibetrag von 15% Grundfreibetrag von Gewinnen bis zu EUR 30.000,00 ohne Handlungsbedarf und von bis zu 13 Prozent des (vorläufig ermittelten) Gewinnes der EUR 30.000,00 übersteigt, abgezogen werden. Im Einzelnen besteht der Gewinnfreibetrag demnach aus:
- dem Grundfreibetrag (soweit Gewinn bis 30.000 Euro; Grundfreibetrag daher bis 4.500 Euro); dieser wird ohne Investitionserfordernis berücksichtigt. Der Grundfreibetrag steht – auch bei mehreren Betrieben – nur einmal für Gewinne bis zu insgesamt 30.000 Euro zu.
- dem investitionsbedingten Gewinnfreibetrag (soweit Gewinne über 30.000 Euro); dieser muss durch Investitionen in begünstigte Wirtschaftsgüter gedeckt werden.
Begünstigte Wirtschaftsgüter für den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag sind:
- Körperliche, abnutzbare und ungebrauchte Anlagegüter mit einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von mindestens 4 Jahren. Darunter können auch Gebäude fallen. Für angeschaffte Gebäude ist jedoch der Ausschluss von gebrauchten Wirtschaftsgütern zu beachten.
- Wertpapiere, gem. § 14 Abs. 7 Z 4 EStG, wenn sie ab der Anschaffung mindestens 4 Jahre dem Betrieb (durch Aufnahme in ein zu führendes Verzeichnis) gewidmet werden. Ihr Kreditinstitut berät Sie hierzu gerne und kann Ihnen genau sagen, welche Wertpapiere geeignet sind.
Nicht begünstigt sind PKW und Kombi und sofort absetzbare geringwertige Wirtschaftsgüter.
Seit dem Jahr 2013 steht der Gewinnfreibetrag mit steigenden Gewinnen staffelweise reduziert zu und beträgt für:
- Gewinne bis zu 175.000 Euro: 13 Prozent
- die nächsten 175.000 Euro: 7 Prozent
- die nächsten 230.000 Euro: 4,5 Prozent
Für Gewinne über 580.000 Euro steht kein Gewinnfreibetrag mehr zu. Der maximale Gewinnfreibetrag beträgt somit 45.350 Euro.
2. Vorziehen von Betriebsausgaben, Verschiebung von Einnahmen ins nächste Jahr bei Einnahmen/Ausgaben-Rechnern
Einnahmen-Ausgaben-Rechner können Vorauszahlungen für das nächste Jahr leisten und so den Gewinn schmälern, ebenso können Ausgangsrechnung gezielt erst nach Ende des Jahres gestellt werden um Gewinnverlagerungen ins nächste Jahr zu erwirken. Unter Umständen kann so auch eine Beitragspflicht in der SVS vermieden werden, insofern die Kleinunternehmerregelung hier zum Ansatz kommen kann.
Zu beachten ist jedoch das bei Rechnungen, die in den letzten 15 Tagen des alten Jahres oder ersten 15 Tagen des neuen Jahres gestellt werden, für regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben die sogenannte fünfzehntägige Zurechnungsfrist gilt. Das bedeutet: Werden bestimmte Einnahmen regelmäßig erzielt und beziehen sich diese auf im jeweiligen Vorjahr geleistete Tätigkeit, wird diese steuerlich auch dem Vorjahr zugerechnet, außer die Leistung bzw. Rechnung ist erst in 2024 fällig. Wer also beispielsweise eine Honorarnote erst Anfang nächsten Jahres stellt, um etwa seine Steuerlast für dieses Jahr zu senken, sollte diese Frist beachten und auf die Fälligkeit achten.
3. Sozialversicherung der Selbständigen
Da die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft für das laufende Jahr immer nur vorläufige Vorschreibungen festsetzt, kommt es mitunter zu hohen Nachforderungen. Die endgültige Festsetzung der Beiträge erfolgt oft erst mit erheblichen Verzögerungen von mitunter 2 bis 3 Jahren.
Es ist jedoch möglich, bereits im laufenden Jahr jene Beiträge an die SVS vorauszuzahlen, die sich voraussichtlich als Nachzahlung ergeben werden. Beruht eine derartige Vorauszahlung auf einer sorgfältigen Schätzung oder einer Rückstellungsberechnung, wird diese steuerlich als Betriebsausgabe anerkannt.
Zu beachten ist, dass die Vorauszahlung auf Ihrem SVS Konto als Guthaben ohne jegliche Zweckwidmung ausgewiesen wird und somit jederzeit auf Antrag wieder rückerstattet wird, womit die Ausgabe aber vom Finanzamt nicht mehr anerkannt werden würde.
Wenn Sie vermuten, dass eine Nachzahlung auf Sie zukommen könnte und Sie eine Vorauszahlung in Betracht ziehen, kontaktieren Sie uns – wir beraten Sie gerne!
4. Steuerliche Absetzbarkeit für Spenden
Aufgrund gesetzlicher Anordnungen sind Spenden an spendenbegünstigte Einrichtungen bzw. begünstigte Spendenempfänger betraglich begrenzt als Betriebsausgabe oder als Sonderausgabe abzugsfähig.
Demnach sind bei Unternehmern Geld- und Sachspenden iHv bis zu 10% des Gewinnes des laufenden Jahres und bei Privatpersonen Geldspenden iHv bis zu 10% des Gesamtbetrages der Einkünfte absetzbar.
Hier der Link zur Liste der begünstigten Spendenempfänger: https://service.bmf.gv.at/service/allg/spenden/_start.asp
5. Mitarbeitergutscheine (für z.B. Weihnachten)
Für 2023 gilt, dass Mitarbeitergeschenke bis zu EUR 186,00 lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei bleiben. Dies nur im Fall von Sachgeschenken oder Gutscheinen, die nicht in Bargeld abgelöst werden können.
Im Rahmen von Betriebsveranstaltungen, wie z. B. Weihnachtsfeiern, dürfen EUR 365,00 pro Dienstnehmer lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei aufgewendet werden.
6. Steuerfreie Teuerungsprämie
Auch im Jahr 2023 können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern noch steuerfrei eine Teuerungsprämie iHv EUR 2.000,00 plus zusätzlich von EUR 1.000,00, wenn die Zahlung aufgrund einer lohngestaltenden Vorschrift erfolgt, gewähren. Zu beachten ist, dass es sich um zusätzliche Zahlungen handeln muss, die üblicherweise nicht gewährt werden.
7. Arbeitnehmerveranlagung 2018
Bis 31.12.2023 können Sie noch Ihre Arbeitnehmerveranlagung für das Jahr 2018 einreichen.
8. Ende der Aufbewahrungsfrist für Belege aus 2016
Mit 1.1.2024 können Sie die Belege des Jahres 2016 vernichten. Weiterhin aufzubewahren sind die Unterlagen dennoch im Fall von anhängigen Verfahren. Ebenso sind alle Unterlagen in Zusammenhang mit Grundstücken länger aufzubewahren – hier gilt eine 22-jährige Aufbewahrungsfrist. Ebenso sind Unterlagen die Gegenstand eines laufenden Verfahrens bis zu dessen Abschluss aufzubewahren.